Gattermayer


Die Bodenkultur - Journal for Land Management, Food and Environment

F. GATTERMAYER:

Ökonomische Überlegungen zur Folientomatenproduktion

Zusammenfassung

Gute Erfahrungen mit dem Folienanbau haben in den letzten Jahren zum verstärkten Einsatz von Folienhäusern im burgenländischen Tomatenbau geführt. Der Anbau von Tomaten im Folientunnel bietet einerseits die Möglichkeit, früher mit der Ernte zu beginnen und andererseits, sie bis in den Herbst zu verlängern. Gleichzeitig fördert der geschützte Anbau die Qualitätsproduktion.

Ziel dieser Untersuchung war es, die Rentabilität der Tomatenproduktion im Folientunnel – unter burgenländischen Preis- und Absatzbedingungen – zu untersuchen. Als Grundlage für die Beurteilung der Rentabilität wurden die mittels Arbeitstagebüchern erhobenen Daten herangezogen. Die Marktleistungen, aber auch die Kosten, variierten von Betrieb zu Betrieb erheblich. Mit der Produktion von Tomaten im Folientunnel wurden durchschnittlich S 68.- Rohertrag pro m2 erzielt. Die variablen Spezialkosten betrugen S 14,- je m2, der Deckungsbeitrag S 54,- pro m2. Rechnet man die auf Folienhaus und Beregnungsanlage entfallenen fixen Spezialkosten vom Deckungsbeitrag I ab, so ergibt sich der so genannte Deckungsbeitrag II in der Höhe von S 37,- pro m2.

Der erforderliche Arbeitszeitaufwand für die Tomatenproduktion im Folientunnel belief sich im Durchschnitt der erhobenen Betriebe auf 483 Stunden pro 1.000 m2. Die hohe Zahl an Arbeitsstunden wird vor allem durch die Handernte, auf die rund die Hälfte aller Arbeiten entfällt, aber auch durch Pflegearbeiten an der Pflanze verursacht. Größere Unterschiede zwischen den Betrieben im gesamten Arbeitsaufwand für die Folientomatenproduktion ergaben sich aufgrund differierender Arbeitsorganisation und Produktionstechnik bei Pflege- und Erntearbeiten.

Wegen der geringen Zahl der erhobenen Betriebe können die Ergebnisse nicht als repräsentativ angesehen werden. Dennoch liefert die Untersuchung wertvolle Anhaltspunkte über die Wirtschaftlichkeit der Tomatenproduktion im Folientunnel. Für die Wirtschaftlichkeit der Tomatenproduktion im Folientunnel ist der erzielbare Erzeugerpreis von entscheidender Bedeutung. Dieser wird davon abhängig sein, ob es gelingt, die Folienware von der Freilandware qualitätsmäßig abzuheben und sie getrennt zu vermarkten. Voraussetzung dafür ist – beben sorgfältiger Kulturführung – rechtzeitiges Ernten und eine gewissenhafte Marktaufbereitung, um den Qualitätsanforderungen des Handels zu entsprechen und dadurch die notwendigen Preisvorstellungen durchzusetzen. Ein Vergleich der Preisverläufe für Folienhausware mit Freilandware in den Jahren 1988 bis 1990 zeigt, daß die Folientomaten unabhängig vom jeweiligen absoluten Niveau, in allen drei Jahren einen in einem solchen Ausmaß höheren Preis erzielten, daß die Wirtschaftlichkeit gegeben ist.

Durch konsequente Produktion qualitativ hochwertiger Folientomaten könnten Angebotsschwemmen und damit das Risiko von Preiszusammenbrüchen langfristig reduziert werden, wodurch nicht nur für die Erzeuger, sondern auch für die Vermarktungsorganisationen positive Effekte erzielt werden können.