Genome Editing und Ethik


Eine Arbeitsgruppe der Ethikplattform befasst sich seit April 2018 in regelmäßigen Treffen über einen längeren Zeitraum hinweg mit potenziellen ethischen Fragen bei Genome Editing.

Gene Editing oder Genome Editing ist eine neue molekulare Methode, eine sogenannte Genschere mit einer bisher nicht erreichten Präzision. Sie ist schnell, billig und in jedem Organismus anwendbar. Dabei steuern definierte RNA-Sequenzen (Leit-RNA) komplementäre DNA-Sequenzen an und schneiden diese zielgerichtet, um dort Veränderungen wie den Austausch, das Einfügen oder das Entfernen von Basen oder Genabschnitten vorzunehmen, ohne dass Fremdsequenzen eingefügt werden. Das Anwendungsspektrum ist denkbar breit. So hat diese Methode bereits einen fixen Platz in der Grundlagenforschung und ließe sich in der Perspektive etwa auch in der Pflanzen- und Tierzüchtung sowie im Menschen zur Heilung von Erbkrankheiten einsetzen. Allerdings hat der EuGH am 25. Juli seine Entscheidung veröffentlicht, dass Gene Editing-Techniken unter das Gentechnikrecht fallen.

  • Ist Genome Editing „nur“ eine weitere molekulare Methode, die sich aus dem ethischen Blickwinkel gesehen nicht weiter von den in der Gentechnikdebatte bereits seit langem diskutierten Methoden unterscheidet?
  • Oder handelt es sich, da der Eingriff außer den gewollten keine weiteren Spuren hinterlässt, vergleichbar natürlichen Mutationen, gar nicht um Gentechnik?
  • Sind damit neue ethische Fragen verbunden?
  • Falls ja, welche?

Mit diesen und weiteren Fragen befasst sich seit April 2018 in regelmäßigen Treffen eine Arbeitsgruppe der Ethikplattform über einen längeren Zeitraum hinweg.